3-Day Advanced Enactive Trauma Therapy Seminar (German) in 2027

Vollständiger Seminartitel Aufbauseminar:
Enaktive Traumatherapie im Gehen – theorienahe Praxis einer praxisnahen Theorie –


Termin:
22.–24. April 2027
Ort: Kloster Hornbach, Im Klosterbezirk, 66500 Hornbach, Deutschland

Viele von uns möchten schwer traumatisierten Menschen helfen. Gleichzeitig findet keiner von uns diese Arbeit einfach. Sie kann sogar frustrierend sein. In diesem Workshop lernen wir in erster Linie durch praktische Übungen, was wir und unsere Patient*innen wollen, warum es schwierig sein kann, die von uns und ihnen gewünschten Ergebnisse zu erzielen, welche Maßnahmen heilend wirken und wie man sie anwendet.

Die Beurteilung und Behandlung komplexer traumabedingter Störungen ist eine Herausforderung. Die Beurteilung erfordert ein tiefgreifendes Verständnis dieser Störungen und diagnostische Fähigkeiten. Umschriebene therapeutische Techniken und Protokolle können hilfreich sein. Ihre Wirksamkeit kann jedoch begrenzt sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Patient Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung durch primäre Bezugspersonen erlebt hat. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass Theorien und Praktiken, die sich beispielsweise auf Kognition, Affekte, Körperempfindungen und Bewegungen oder Verhaltensweisen konzentrieren, uns nicht ausreichend darüber Aufschluss geben, warum wir diese hervorbringen und wie diese verschiedenen „Funktionen“ zusammenhängen.

Ein enaktiv-ökologischer Ansatz für Trauma und Dissoziation geht davon aus, dass wir im Wesentlichen Verlangen sind. Wir verlangen permanent danach, zu sein und zu werden, uns zu entwickeln. Verlangen geht mit einem Erstreben einher. Wir streben danach, das zu erreichen, wonach wir verlangen, oder zu vermeiden, was wir nicht wollen. Dieses Erstreben ist eine Handlung, welche erfolgreich sein kann oder nicht. Dieses Erstreben umfasst alle (biopsychosozialen) „Funktionen“. Dieser Ansatz geht auch davon aus, dass wir und unsere Umwelt ein einziges System bilden und nicht zwei getrennte Systeme. Dieses System hat viele Eigenschaften, beispielsweise ist es gleichzeitig physisch und psychisch. Wir haben viele Verlangen, die sich widersprechen können und daher schwer zu integrieren sein können. Ein Paradebeispiel dafür ist die Schwierigkeit, das Verlangen nach Bindung an traumatisierende Eltern oder andere primäre Bezugspersonen und die Abwehrhaltung ihnen gegenüber zu integrieren.


Der Ansatz hat praktische Auswirkungen in Bezug auf die Beurteilung und Behandlung der von Traumatisierung betroffenen Menschen. In diesem Workshop konzentrieren wir uns auf das Lernen durch Handeln. Wir werden Übungen durchführen, die uns helfen, zu erfahren und zu verstehen, worum es beim enaktiven-ökologischen Ansatz zu Trauma und Dissoziation geht: was dieser Ansatz zu bieten hat, welche Interventionen er vorschlägt und warum, was Patient*innen, ihre möglichen dissoziativen Agenzien und Therapeut*innen verlangen und wie diese Verlangen in Konflikt geraten können. Wir werden erleben, wie es ist, Verlangen zu haben nach Bindung, Loslösung, Abwehr und Autonomie in Bezug auf einen wichtigen anderen Menschen, einschließlich des Therapeuten und danach zu streben. Wir werden erleben, wie wir in der Traumatherapie sowohl als Therapeuten als auch als Privatpersonen in Konflikte geraten können und wie wir diese Konflikte mildern, wenn nicht sogar lösen können. Insgesamt werden wir unsere Fähigkeit zur Anwendung der enaktiven Traumatherapie durch praktische Übungen verbessern.

Für wen?

  • Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen in Ausbildung

  • Approbierte psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen

Seminarformat

Das Seminar wird einerseits durch Vorträge gestaltet, wobei diese auch interaktiv gehalten sind. Zwischenfragen und Beiträge der Teilnehmer*innen sind sehr willkommen. Es soll von der Theorie auch immer eine Brücke geschlagen werden zur Praxis und zum konkreten Verständnis. Zu diesem Zweck wird es andererseits auch Videopräsentationen geben und es wird in Kleingruppen gearbeitet.

  • Präsenzseminar

  • ca. 27 Unterrichtseinheiten (UE)

  • Donnerstag: 10:00–17:30 Uhr

  • Freitag: 09:00–17:30 Uhr

  • Samstag: 09:00–16:00 Uhr

Teilnahmegebühr

875 € Details siehe Anmeldeformular.

Akkreditierung

Die Akkreditierung durch die Saarländische Ärztekammer wird beantragt.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt verbindlich über das Anmeldeformular:

  • 📧 per E-Mail an dr.c.scherer@gmx.de

  • ✉️ oder postalisch an:
    Dr. C. Scherer
    Rotenbergstr. 17
    66111 Saarbrücken

Empfohlene Literatur

Die Trauma-Trinität: Ignoranz – Fragilität – Kontrolle. Buchpaket dt.: Die Entwicklung des

Traumabegriffs/Traumabedingte Dissoziation: Konzept und Fakten. Enaktive Traumatherapie

(Deutsch). Gebundene Ausgabe 15. Juli 2019 (beide Bände) von Ellert Nijenhuis; zum Einstieg auch als

erstes Band 3 (blaues Buch) empfohlen

Das verfolgte Selbst: Strukturelle Dissoziation. Die Behandlung chronischer Traumatisierung (Deutsch)

Taschenbuch – 4. April 2008 von Onno van der Hart (Autor), Ellert R. S. Nijenhuis (Autor), Kathy

Steele (Autorin), Theo Kierdorf (Übersetzer), Hildegard Höhr (Übersetzerin)


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